Smartphone-Sucht

Sucht verstehen um sich zu lösen

Eigentlich hattest du dir schon vor einer Ewigkeit vorgenommen, dein Handy wegzulegen und produktiv zu sein. Doch die Zeit vergeht, und fast automatisch scrollst du weiter und lässt dich von deinem Handy berieseln. Der Grund dafür ist, dass vor allem soziale Medien einen psychologischen Trick nutzen, der tief in uralte menschliche Bedürfnisse und Instinkte eingreift. Dieser Trick beruht auf der Ausschüttung des Botenstoffs Endorphin – ein Stoff, der uns ein starkes Verlangen oder einen intensiven Drang vorgaukelt.

Welcher psychologische Trick von sozialen Medien dabei verwendet wird und wie unser Belohnungssystem überhaupt funktioniert, erklärt Quarks in einem kurzen Beitrag.

 

Wenn wir also unser Belohnungssystem austricksen wollen, müssen wir beim Ursprung ansetzen – also beim ersten Dominostein. Das bedeutet, dass wir unsere Reizauslöser bewusst wahrnehmen, sie verstehen und lernen ihnen gezielt aus dem Weg zu gehen.

Welche Reize halten uns am Handy?

Die Antwort ist individuell, weil unser Gehirn unterschiedlich auf Reize reagiert. Für den einen ist schon das bunte App-Icon ein Auslöser, für den anderen eher eine Benachrichtigung oder ein Ton. Deshalb ist es wichtig, sich selbst zu beobachten: Was hat mich dazu gebracht, mein Handy zu entsperren oder eine App zu öffnen? Der nächste Schritt wäre dann, diese Reize zu vermeiden – etwa, indem man Benachrichtigungen ausschaltet oder Apps vom Startbildschirm entfernt.

Auch Tools wie Tracking-Apps oder Fokuseinstellungen können hierbei unterstützen. Und trotzdem helfen diese Methoden vielen Menschen nicht dabei, ihr Suchtpotenzial wirklich zu überwinden. Grund dafür ist auch, dass ein entscheidender Reiz dabei übersehen wird: Schon die bloße physische Präsenz des Smartphones reicht aus, um alte Gewohnheiten zu aktivieren und das Belohnungssystem in Gang zu setzen. Allein der Anblick des Handys kann Endorphine freisetzen und unser Verlangen triggern. Wir können also noch so viele Tracking und Kontroll-Apps nutzen – dem physischen Reiz, den das Handy allein durch seine Präsenz ausübt, entkommen wir damit nicht. Kein Wunder also, dass Neurowissenschaftlerinnen und Psychologinnen immer wieder empfehlen, das Handy gezielt aus der Umgebung zu entfernen – zum Beispiel, indem man es während des Lernens in einen anderen Raum legt.

 

Wie das noPhone helfen kann  

Wie der Name schon vermuten lässt, ist das noPhone kein Handy im herkömmlichen Sinn. Das Handy verfügt über keinerlei smarte Funktionen und ist so konzipiert, dass der Fokus ausschließlich auf dem Telefonieren liegt. Dadurch wird ein physisches Medium geschaffen, das keine Reize im Gehirn auslöst und somit keine Dopaminausschüttung verursacht. Dadurch wird das Dilemma von Ablenkung und Erreichbarkeit gezielt umgangen. Die physische Abwesenheit des Smartphones entfernt die auslösenden Reize – und dennoch bleibt man mit dem noPhone weiterhin erreichbar.